Ein persönlicher Blog über meinen Verlauf, mentale Gesundheit, Gedanken und alles mögliche.

Dienstag, 28. Juli 2026

2021 - 2022 - Bergedorfer Impuls

Von 2021 - 2022 besuchte ich eine Wiedereingliederungsmaßnahme von der Arbeitsagentur und zwar beim Bergedorfer Impuls.

Es gab verschiedene Bereiche: Hauswirtschaft, Tischlerei, Büro und Informatik.

Ich weiß gar nicht ob ich mich dafür entschied oder ob ich zugeteilt wurde aber ich landete in der Hauswirtschaft.

Wenn man erstmal in den Tätigkeiten drinnen war, dann lief es eigentlich gut. Ich brauche Struktur und Verlässlichkeit in meinem Alltag. Ständig was Anderes oder Neues fällt mir schwer. 

Die anderen Teilnehmer waren nett aber irgendwie fand ich wieder mal keinen Anschluss und war alleine. Ich blockte aber von mir aus auch. Ich wollte irgendwie alleine sein, hasste es aber auch einsam zu sein. Fühlte mich irgendwie immer fremd und wie der einzige "Verrückte" hier. Selbst jemand der da Asperger hatte, konnte besser mit Menschen und schien gar keine Probleme zu haben. Aber es tat schon einmal gut Leute um sich rum zu haben und Alltag zu haben. 

Zudem bekam man vom Amt auch Geld, ich glaube das hieß Ausbildungsgeld. Also endlich mal seit meinem letzten Job bei der Post, das Jahre her war, wieder selbst Einkommen. Sonst bin ich auf "Taschengeld" von meinen Eltern angewiesen, was mir einfach peinlich ist, ich würde gerne selbst Geld verdienen und nicht anderen auf der Tasche liegen und abhängig sein.

Man hatte auch einen Sozialpädagogen der einen betreute und mit dem man regelmäßig Gespräche hatte. Meine erste Betreuerin ging aber relativ schnell. Ich glaube es war wegen Verwerfungen mit dem Impfen. Es war ja zur Coronazeit. Ich mochte sie eigentlich und fand den Wechsel schade. 

Eine Zeit lang hatte ich glaube ich dann erstmal niemanden und dann kam eine Neue mit der ich nicht wirklich warm wurde.

Einmal hatte ich einen Witz gemacht aber wirklich harmlos und nichts anzügliches oder wirklich krasses und sie ermahnte mich, dass ihr das zu weit geht. Das beeinflusst natürlich was ich ihr noch erzähle und wie das Verhältnis ist.

Es gab auch kleine Gruppengespräche die mir aber nicht viel gaben, weil ich mich nicht gut öffnen kann und die anderen alle sich kannten oder einfach gut miteinander konnten. Ich fühle mich in diesen Gruppen immer wie das fünfte Rad am Wagen.

Einmal sollte ich noch den Bereich wechseln um zu sehen wie es in den anderen Bereichen ist aber ich wollte eigentlich meine Strukturen behalten und wechselte nach 1 Woche wieder in die Hauswirtschaft.

3 Praktika hatte ich:

Eines im Einzelhandel was mir nicht wirklich Spaß machte. Die Leute waren nett aber man durfte nur Pappe entsorgen, einräumen und von Kunden genervt werden. Das ist nix für mich. War froh als es vorbei war.

Ein zweites bei der Post, was ich nicht durchhielt, weil ich zu der Zeit wieder eine Tiefphase hatte.

Das letzte hatte ich in einer Schulkantine, was ganz nett war. Habe da sogar einen ehemaligen Lehrer nochmal getroffen aber ich glaube er hat mich nicht wirklich wiedererkannt.

Die Maßnahme geht eigentlich 1 Jahr aber meine wurde um ein halbes Jahr noch verlängert aber ich wusste bis kurz vor Schluss nicht was ich danach machen sollte.

Da sah ich ein Schild wo draufstand: Vollschulisch Hauswirtschaft, jetzt anmelden!

Da dachte ich mir, das wäre es Schule ist etwas entspannter, weil ich immer noch meine Probleme hatte und Hauswirtschaft fand ich ganz OK. 

Ganz witzig war die digitale Sprechstunde wo Interessenten sich informieren konnten. ich war der Einzige der da war und konnte 1:1 mit dem Abteilungsleiter quatschen :D

Ich bewarb mich und wurde genommen, was aber auch nicht so verwunderlich war, da dies eine ESA-Ausbildung ist und ich ja die 11. Klasse abgeschlossen hatte also allgemeine Fachhochschulreife. Das Schuljahr begann Mitte 2022.

Alles in allem war es OK beim Bergedorfer Impuls, aber ich hatte auch viel mit der Antriebslosigkeit, Depression und Müdigkeit zu kämpfen. Hatte zu dem Zeitpunkt einen schlechten Schlaf und war voll auf Koffein. Nachmittags waren die Leerzeiten ein bisschen viel und man musste doch so ein bisschen die Zeit rumkriegen.

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